Winterreifenpflicht noch unklar – Zeit für Winterreifen 2010 beginnt dennoch!
Die Reifenbranche geht davon aus, dass die Winterreifen in diesem Jahr knapp werden könnten. Bereits im vergangenen Jahr war es durch den bundesweit massiven Wintereinbruch zu Engpässen bei der Lieferung von Winterreifen gekommen. Sollte die Winterreifenpflicht nun doch im November eingeführt werden, sollte rechtzeitig über den Kauf von Winterreifen nachgedacht werden – um nicht später höhere Preise zahlen zu müssen oder gar ohne die richtige Bereifung für den Winter dastehen zu müssen. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk, BVR, hat hinsichtlich der beginnenden Winterperiode ein paar Tipps zusammengestellt, die wir hier gerne an unsere Leserinnen und Leser weitergeben möchten.
„Oktober bis Ostern: Jetzt kommt die Zeit für Winterreifen!
Gummimischung und Profil der Saisonspezialisten sind auf die jeweilige Einsatzzeit zugeschnitten und sorgen für optimale Sicherheit und Fahrkomfort
Winterreifen haben ein geschlossenes Profil mit zahlreichen Lamellen auf der gesamten Laufläche.
Von Oktober bis Ostern – so lautet die Faustformel für die Nutzung von Winterreifen. Eine ausdrückliche Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland zwar nicht und die allgemeine Vorschrift „geeigneter Bereifung“ in der Straßenverkehrsordnung hat das Oberlandesgericht Oldenburg erst kürzlich wegen ihrer unpräzisen Formulierung für verfassungswidrig erklärt. Dennoch ist es für Peter Hülzer, geschäftsführender Vorsitzender des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV e.V., Bonn), keine Frage: „Richtig ausgerüstet sind Autofahrer im Sommer mit Sommer- und im Winter mit Winterreifen!“ Denn die Saisonspezialisten sind von Gummimischung wie Profil her speziell auf die jeweilige Einsatzzeit zugeschnitten und bieten daher optimale Sicherheit, gepaart mit Fahrkomfort.
Hier ein paar nützliche Tipps des Bundesfachverbandes zum Thema Winterbereifung:
• Als Pkw-Winterreifen gelten in Deutschland nach den aktuellen gesetzlichen Regelungen Reifen, die mit „M+S“, „M&S“ oder „M.S.“ gekennzeichnet sind. Neben reinen Winterreifen können dies ebenso Ganzjahresreifen sein, die den M+S-Zusatz auf der Seitenwand tragen.
• Ein sinnvoller zusätzlicher Hinweis ist das Schneeflockensymbol, das wie die M+S-Kennung in die Reifenflanke einvulkanisiert ist und in der Regel einen freiwilligen zusätzlichen Test zur Wintertauglichkeit bescheinigt. Vorgeschrieben ist dieses Zeichen aber nur in den USA und Kanada.
• Auch anhand einer einfachen optischen Prüfung lässt sich feststellen, ob ein Reifen Winterprofil hat: Alle modernen M+S-Reifen weisen in der Regel eine Vielzahl von Lamellen auf der gesamten Lauffläche bis in die Reifenschulter auf. Das sind feine, zickzackförmige Einschnitte in den Profilblöcken, die zahlreiche Griffkanten für Schnee auf der Fahrbahn bilden (siehe Abbildung).
• Selbst ein M+S-Reifen ist für die kalte Jahreszeit optimal aber nur noch dann geeignet, wenn seine Profiltiefe ausreicht. Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 mm, doch die Bonner Reifenexperten empfehlen für Winterreifen ein Mindestprofil von vier Millimetern. Wird diese Grenze unterschritten, gehen Haftung und Traktion besonders auf Schnee und Eis spürbar zurück.
• Fahrzeughalter, deren Wagen serienmäßig mit Runflat-Reifen ausgestattet sind, sollten laut Empfehlung des Fachverbandes auch für die saisongerechte Zweitausstattung unbedingt Reifen mit Notlaufeigenschaften wählen. „Weil gerade die Produktkategorie der Hochleistungs- (Ultra High Performance, abgekürzt UHP-) und Runflat-Reifen sehr empfindlich ist und besondere Anforderungen an die Montage stellt, werden wir der Sicherheitsfrage in diesem Segment ab dieser Saison einen ganz neuen Stellenwert geben.“, kündigt BRV-Technikexperte Hans-Jürgen Drechsler in diesem Zusammenhang an.“
Quelle Pressemitteilung und Grafik: Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk, BVR